Kompanien

“Vereine sind der Kitt der Gesellschaft”

Nalser Schützen feiern ihren Schutzpatron und ziehen Bilanz

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Die Schützenkompanie Nals bereitet sich nach dem Gottesdienst zum Abmarsch vor.

Die diesjährige Jahreshauptversammlung der Schützenkompanie Nals am 18. Januar 2026 begann traditionell mit einem feierlichen Wortgottesdienst, der von Ilse Pristinger gestaltet wurde. Im Rahmen der Sebastianfeier ehrten die Schützen ihren Schutzpatron, bevor sie sich im Schützenheim im Haus der Vereine zur eigentlichen Versammlung zusammenfanden. Hauptmann Georg Wenter konnte neben den zahlreichen Mitgliedern auch den Seelsorger Richard Sullmann, Bürgermeister Eduard Gasser sowie Vertreter der Bezirksleitung und der Nachbarkompanie Andrian begrüßen, wobei die Versammlung eingangs in einer Gedenkminute dem verstorbenen unterstützenden Mitglied Karl Windegger die letzte Ehre erwies.

Ein Jahr im Zeichen der Vielfalt: 57 Aktivitäten für die Gemeinschaft

Der Tätigkeitsbericht für das Jahr 2025 verdeutlichte eindrucksvoll die Präsenz der Kompanie im Dorfleben. Insgesamt verzeichnete die Kompanie 57 Aktivitäten. Das Spektrum reichte von gesellschaftlichen Höhepunkten wie dem Lederhosenball und dem Törggelen bis hin zur Pflege religiöser Traditionen bei der Fronleichnamsprozession und dem Herz-Jesu-Feuer.

Ein Kernanliegen blieb auch 2025 die Kulturarbeit, etwa durch die Restaurierung des Rauch-Bildstöckls oder den Besuch der Ausstellung zur Katakombenschule. Mit einer Dorfführung setzte die Kompanie diesbezüglich aber auch neue Impulse. Zahlreiche Gedenkfeiern, wie für Sepp Kerschbaumer oder Franz Höfler, unterstrichen das Engagement für die Tiroler Identität.

Wenter: „Vereine sind der Kitt unserer Gesellschaft“

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v.l. Ulrich Windegger, Franz Josef Regele, Hauptmann Georg Wenter, Markus Ladurner und Urban Windegger

In seinem Rückblick auf drei intensive Jahre an der Spitze der Kommandantschaft zog Hauptmann Georg Wenter eine positive Bilanz. Wenter bezeichnete Vereine als den „Kitt der Gesellschaft“ und unterstrich, dass vieles in unserem Land Tirol gerade deshalb so gut funktioniere, weil es eine so lebendige Vereinslandschaft gebe. Nicht alles sei perfekt, aber oft besser als anderswo.

Die Arbeit im Verein biete laut Wenter Vorteile auf drei Ebenen: Man tue etwas für sich selbst und die eigene Persönlichkeit, für die Kameradschaft innerhalb des Vereins und für die Allgemeinheit in Dorf und Land. Als Schütze kommt noch eine vierte Ebene dazu – der Einsatz für die Heimat Tirol. Wenter unterstrich die Rolle der Schützen als „Stachel im Fleisch“ derjenigen, die es sich im italienischen Staat bequem gemacht haben, indem sie auf Missstände aufmerksam machen. Auch wenn die Kompanieebene nicht der Ort für die große Volkstumspolitik sei, erweise man der Heimat durch ständige Präsenz und das Wachhalten von Werten einen unverzichtbaren Dienst.

Personelle Weichenstellungen und Ehrungen

Unter der Leitung von Bezirksvertreter Devid Mock wurde Georg Wenter als Hauptmann bestätigt. Ihm zur Seite stehen Elmar Geier (Oberleutnant), Ulrich Windegger (Fahnenleutnant), die Fähnriche Simon Thaler und Urban Windegger sowie Lukas Morandell als Oberjäger. Neu in die Kommandantschaft gewählt wurde Jonas Pircher als Zugleutnant.

Die lebendige Gemeinschaft zeigte sich auch in der Aufnahme der Marketenderin Marie Stampfler sowie der Angelobung von Sandra Alber, Tobias Hartl und Christian Schweigkofler. Für ihre 15-jährige Treue wurden Markus Ladurner, Franz Josef Regele, Ulrich Windegger und Urban Windegger geehrt.

Starke Stimmen zum Abschluss

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Christian Schweigkofler, Sandra Alber, Tobias Hartl und Hauptmann Georg Wenter

In den abschließenden Grußworten fand die breite Anerkennung für das Wirken der Kompanie ihren Ausdruck. Seelsorger Richard Sullmann dankte den Schützen für ihre verlässliche Präsenz im kirchlichen und dörflichen Leben und stellte den heiligen Sebastian als orientierungsgebendes Vorbild heraus.

Bürgermeister Eduard Gasser überbrachte die Glückwünsche der Gemeindeverwaltung und lobte das unermüdliche Engagement für die Dorfgemeinschaft und die kulturelle Identität. Er griff dabei auch aktuelle gesellschaftliche Themen auf und betonte die Wichtigkeit des muttersprachlichen Unterrichts.

Bezirksvertreter Devid Mock lud zu den Höhepunkten des Schützenjahres 2026 ein. Kameradschaftliche Grüße der Nachbarkompanie Andrian durch Hannes Tribus sowie der Dank von Ehrenoberleutnant Sepp Rauch unterstrichen den starken Zusammenhalt innerhalb und zwischen den Kompanien.

Hauptmann Georg Wenter bedankte sich abschließend bei der Gemeinde Nals, der Laurinstiftung sowie der Raiffeisenkasse Etschtal für die Unterstützung. Mit einem zuversichtlichen Blick auf das kommende Schützenjahr und einem kräftigen ‚Schützenheil‘ schloss der Hauptmann die Sitzung.

Fotos: SK Nals

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