Schützenleben

Geschichte des Schützenbataillons Ulten

Erstmals schriftlich erwähnt wurde das Bataillon Ulten beim Krieg zwischen dem Königreich Italien und Österreich welcher von 1848 bis 1859 andauerte. Zur Verteidigung der Landesgrenzen zogen die Ultner gemeinsam nach Pejo um 40 Jahre nach den Tiroler Freiheitskämpfen von 1809 erneut die Heimat zu schützen.

-Als im 1. WK am 26.04.1915 Italien ein Geheimabkommen in London unterzeichnete, indem es sich gegen Österreich wandte, wurden dem Königreich Italien zahlreiche Gebiete zugeschrieben, darunter das gesamte südliche Tirol. Am 03. Mai 1915 trat Italien aus dem Dreibund mit Österreich und Deutschland aus und erklärte 20 Tage später Österreich den Krieg. Somit stand der Krieg unmittelbar vor unserer Heimat und die südliche Landesgrenze musste erneut verteidigt werden. Schon zu Beginn des 1. WK mistraute Österreich dem südlichen Bündnispartner, so wurden bereits am 24.08.1914 die Standschützen mobilisiert und beeidet, um im Notfall für die Verteidigung der Landesgrenze bereit zu sein. Die vier Gemeindestände von Ulten, samt den zugeteilten Gemeindeschießstand Pawigl wo Ultner aus der Gegend und Guggenberg eingeteilt waren, formierten ein Bataillon aus 3 Kompanien und zwar Kompanie 1 St. Pankraz/ Pawigl, Kompanie 2 St. Walburg, Kompanie 3 St. Nikolaus/ St. Gertraud. Anzumerken ist, dass nach dem Ansuchen der Kompanie Proveis, den Ultnern zugeteilt zu werden da es ihnen als Deutsche beim Bataillon Cles nicht behagte, die Kompanie Proveis zur 2. Kompanie St. Walburg im Bataillon Ulten dazukam. Als Bataillon mussten die Ultner Schützen wieder nach Pejo und Tonale um dort ihre Heimat zu verteidigen. Im 1. WK stand das Bataillon Ulten mit einer Stärke von 12 Ultner Offizieren, 1 Proveiser Offizier, einem Feldkaplan, einem Feldkuraten und 340 Mann für die Heimat ein. Als nach dem 1. WK am 10.10.1920 Südtirol von Italien annektiert wurde, wurde alles was mit der Deutschen Kultur zu tun hatte und somit auch das Schützenwesen verboten.

Am 13.04.1984 rund 66 Jahre nach dem 1. WK wurde das Schützenbataillon wiedergegründet. Am 15.06.1990 richtete das Bataillon Ulten das Bezirksfest in St. Pankraz aus. Am 29.03.1996 beschlossen die Mitgliedskompanien aufgrund der zurückgegangenen Tätigkeit und der Schwierigkeit einen Bataillonskommandanten zu finden das Schützenbataillon Ulten stillzulegen.

Seit Anfang 2000 arbeiteten die Ultner Kompanien als Talschaft zusammen und leisteten gar einiges in den letzten 20 Jahren.

Im Januar 2020 wurde der Bezirksmajor vom Burggrafenamt/Passeier Hannes Holzner informiert, dass bereits im Jahre 2008 die Historische Fahne des Standschützenbataillons Ulten im Zuge von Umbauarbeiten im Ferdinandeum in Innsbruck gefunden wurde und die Museumsleitung diese gerne den Ultner Schützen zurückgeben möchte, damit die Fahne wieder in ihrer Heimat ist. Diese positive Nachricht überraschte die Kompanien des Ultentales nicht schlecht, da niemand mehr von der Existenz dieser Fahne wusste. Nach einigen Gesprächen und Sitzungen waren sich die Kompanien des Ultentales und von Proveis einig das Schützenbataillon wieder ins Leben zu rufen.

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